Trotz explodierender Energiekosten: Freibad Hänigsen hält die Preise stabil
Am 1. Mai beginnt die Schwimmsaison im genossenschaftlichen Freibad Hänigsen.
Am 1. Mai beginnt die Schwimmsaison im genossenschaftlichen Freibad
Hänigsen. Es zählt seit Jahren zu den beliebtesten Bädern in Niedersachsen.
Trotz steigender Kosten bleiben die Eintrittspreise im Jubiläumsjahr
unverändert. Für die Zukunft sind viele Investitionen geplant.
Sven Warnecke
Hänigsen . Aktuell ist es noch ein ständiges Kommen und Gehen im Hänigser
Freibad. Handwerker, teils ehrenamtlich unterwegs, und gut 90 freiwillige
Helferinnen und Helfer bereiten die beliebte Einrichtung am Fließgraben auf
die anstehende Eröffnung vor. „Sie alle beweisen zusammen, dass Ehrenamt
Spaß macht“, ist sich Gabriele Passon im Gespräch mit dieser Redaktion
sicher. Der Saisonstart ist am Freitag, 1. Mai, offiziell um 10 Uhr.
Frühschwimmer können an diesem Tag jedoch bereits ab 8 Uhr ihre Bahnen
ziehen.
Sie alle beweisen zusammen, dass Ehrenamt Spaß macht.
(Gabriele Passon )
Wie die Vorsitzende der genossenschaftlichen Betreibergesellschaft berichtet,
fällt der Saisonstart aber bescheidener als sonst aus. Mit Blick auf die
parallelen Feierlichkeiten zum 800-jährigen Bestehen von Hänigsen sei
bewusst auf den traditionellen Frühschoppen mit Musik verzichtet und
Rücksicht auf das viertägige Jubiläumsfest genommen worden. Das Bad werde
einfach nur zum Schwimmen bei freiem Eintritt eröffnet, sagt sie.
Partyzelt auf Gelände dient keiner Feier
Seit einigen Monaten wird auf dem Freibadgelände auf den Saisonstart
hingearbeitet. Unter anderem wurde, geschützt von einem Zelt, der Bereich
des Planschbeckens komplett saniert. Angesichts des Festzeltes sei oW die
Frage gestellt worden, ob dieses für eine „Tanz-in-den-Mai-Feier“ oder eine
andere Party aufgestellt worden sei, berichtet Passon. Doch das sei nur als
Wetterschutz für die Arbeiten vor gut drei Wochen aufgestellt worden.
In dem Planschbecken wurde zunächst der alte Belag entfernt. Anschließend
folgten die Arbeiten am Beton. Bereits am nächsten Wochenende soll im
Endspurt vor dem Saisonstart das Zelt wieder abgebaut werden, denn es werde
tatsächlich andernorts für den Tanz in den Mai benötigt, berichtet Passon.
2433 Saisonkarten verkauft
Unterdessen können die Besitzer ihre Familien- und Dauerkarten ab Freitag,
24. April, an neun Terminen bis zur Eröffnung im Freibad im Kassenhaus
abholen. 2433 Menschen haben bereits eine Dauerkarte gekauft. „Das ist für
das Bad gut, mit diesen festen Einnahmen können wir kalkulieren“, sagt
Passon. Die einzelnen Termine sind auf der Internetseite www.dasfreibad.de
aufgeführt.
Für alle Freunde des Hänigser Freibads hat die Vorsitzende noch eine gute
Nachricht parat: Die Eintrittspreise haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht
erhöht. Trotz erheblich gestiegener Energiekosten habe man darauf
verzichtet. Denn nicht nur das Dorf Hänigsen feiert in diesem Jahr Geburtstag,
sondern auch das Freibad. Dieses wird immerhin schon 70 Jahre alt. Ein
entsprechendes Festprogramm ist dafür geplant.
Trotz gestiegener Kosten bleibt Eintrittspreis stabil
Die stabilen Preise machen die vielen Ehrenamtlichen mit ihrer
unschätzbaren Mitarbeit möglich, konstatiert Passon. Aktuell kosten die
Tageskarten für Kinder 2 Euro. Erwachsene zahlen 4,50 Euro. Die Saison-
Familienkarte kostet 140,00 Euro. Ein Erwachsener zahlt für die Saisonkarte
100 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind mit 40 Euro dabei.
Kleinkinder bis zu drei Jahren haben freien Eintritt, gleiches gilt für Personen,
die einen Menschen mit schweren Behinderungen begleiten. Dabei ist das
abgedruckte „B“ im Schwerbehindertenausweis notwendig. Ermäßigungen
gibt es unter anderem für Sozialgeldempfänger.
Hohe Investitionen stehen bevor
„Für nächstes Jahr müssen wir das aber diskutieren“, kündigt die Vorsitzende
eine notwendige Überprüfung der künftigen Eintrittspreise an. Denn neben
den allgemein steigenden Energiekosten stehen perspektivisch weitere
Investitionen an.
Wir versuchen, das ist unser Prinzip, durch das
Ehrenamt die Kosten zu minimieren, um den Eintritt
erschwinglich zu halten. (Gabriele Passon)
Zwar bemühe sich die Genossenschaft um Zuschüsse aus Fördertöpfen, doch
ob es daraus Geld gebe, sei ungewiss. Die Vorsitzende berichtet etwa über die
Anschaffung neuer Pumpen sowie den Bau einer Photovoltaikanlage, mit der
die Pumpen betrieben werden. Inklusive einer Abdeckung für das
Nichtschwimmerbecken sowie dem Kauf eines Beckenliftes für mehr
Inklusion beläuft sich das Investitionsvolumen auf etwa 400.000 Euro, rechnet
Passon vor. „Es gibt am Bad immer etwas zu tun.“
Ein Bad von allen für alle
Neben den jetzt noch anstehenden sowie den geplanten baulichen
Veränderungen gibt es in diesem Jahr auch ein Novum: Erstmals wird es einen
Auszubildenden für den Beruf eines Fachangestellten für den Bäderbetrieb in
Hänigsen geben, erzählt Passon. Dieser beginnt zum 1. August seine
dreijährige Lehre. Die Stelle wird in enger Kooperation mit der Stadt Burgdorf
angeboten, damit der junge Mann auch in der kalten Jahreszeit fachlich zu tun
hat.
Seit Jahren wird das Hänigser Bad in diversen Onlinebewertungen von
Nutzern positiv bewertet. Das macht die Vorsitzende hauptsächlich an der
Familienfreundlichkeit fest. Dank der vielen Ehrenamtlichen könnten zudem
verlässliche Öffnungszeiten gewährleistet werden, meint Passon. „Wir
versuchen, das ist unser Prinzip, durch das Ehrenamt die Kosten zu
minimieren, um den Eintritt erschwinglich zu halten“, betont sie. Getreu dem
Motto: „Das Bad von allen für alle.“
HAZ